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Die Flammen der Vergangenheit
07-25-2026, 08:31 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Velithar Eryndor Sylvaine & Nagael Morvain
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Triggerwarnung: FSK25
Ort: Überall
Seit meiner Flucht lebte ich dort, wo mich die Nacht gerade aufnahm. Mal war es das Vordach eines verlassenen Gebäudes, mal eine Parkbank zwischen alten Bäumen oder eine Brücke, unter der wenigstens der Regen nicht bis auf die Haut drang. Diese Welt war laut. Viel lauter als die Wälder, in denen ich einst gelebt hatte. Überall fuhren diese metallenen Kutschen mit ohrenbetäubendem Lärm an mir vorbei, Menschen hasteten aneinander vorbei, ohne sich auch nur anzusehen, und selbst die Sterne schienen hier schwächer zu leuchten als in meiner Heimat. Ich verstand vieles noch immer nicht. Die Kleidung, die Sprache der Geräte, die unzähligen Lichter, die selbst mitten in der Nacht den Himmel erhellten. Doch jeden Tag lernte ich ein wenig mehr. Ich beobachtete die Menschen aus der Ferne, lauschte ihren Gesprächen und versuchte, mich unauffällig zwischen ihnen zu bewegen. Hunger war mittlerweile ein ständiger Begleiter geworden. Ich ernährte mich von Beeren, essbaren Pflanzen und allem, was ich in kleinen Wäldern oder Parks fand oder wachsen lassen konnte. Es war nicht viel, aber genug, um weiterzugehen. Eine Wohnung besaß ich nicht. Geld hatte ich keines. Alles, was mir geblieben war, waren meine Kleidung, meine Magie und die Hoffnung, dass mich der Orden eines Tages nicht mehr finden würde.
An diesem Abend führte mich mein Weg durch einen verlassenen Park am Rand der Stadt und Wald . Zwischen den Bäumen fühlte ich mich wenigstens für einen kurzen Moment wieder wie zuhause. Ich ließ meine Fingerspitzen über das hohe Gras gleiten, worauf kleine Blüten zwischen den Halmen erwachten und ihre Köpfe der untergehenden Sonne entgegenstreckten. Ein schwaches Lächeln huschte über mein Gesicht. Die Pflanzen hatten mich nie verlassen. Egal in welcher Welt ich mich befand, sie erkannten mich noch immer. Ihre leisen Stimmen flüsterten durch die Wurzeln und Blätter, erzählten von Vögeln, Eichhörnchen und den Menschen, die hier tagsüber entlanggingen. Doch plötzlich verstummten sie. Das Flüstern riss abrupt ab. Die Blumen schlossen ihre Blüten, als würde die Natur selbst den Atem anhalten. Sofort blieb ich stehen. Mein Herz begann schneller zu schlagen. Irgendetwas stimmte nicht. Noch bevor ich reagieren konnte, durchschnitt ein gleißender Feuerstrahl die Dunkelheit und schlug nur wenige Schritte neben mir ein. Die Explosion riss Erde und Wurzeln auseinander. Instinktiv sprang ich zur Seite, spürte jedoch bereits die sengende Hitze auf meiner Haut. Ich hob beide Hände, ließ Ranken aus dem Boden schießen, doch kaum hatten sie die Angreifer erreicht, wurden sie von lodernden Flammen zu Asche verbrannt. Langsam traten drei Gestalten zwischen den Bäumen hervor. Dunkle Gewänder. Goldene Symbole auf ihren Schultern. Das alte Zeichen. Mein Atem stockte. Der Orden hatte mich gefunden. Ich wusste nicht, wieviel zeit vergangen waren, seit ich ihnen entkommen war, doch ihre Gesichter hatten sich kaum verändert. Feuerhexen. Die grausamsten Jäger des Ordens. Sie wussten genau, welche Magie meiner Art gefährlich werden konnte. Feuer war der natürliche Feind der Velithar. Es verbrannte nicht nur Pflanzen. Es fraß sich bis tief in unsere eigene Lebensessenz hinein. Ich ließ Dutzende Raubblüten aus dem Boden wachsen. Gewaltige Mäuler öffneten sich und schossen auf die Hexen zu, doch eine kreisende Feuerwand breitete sich vor ihnen aus. Meine Blüten verbrannten noch bevor sie ihre Beute erreichen konnten. Der süßliche Duft verkohlter Blätter legte sich in die Luft. Wieder schleuderten sie ihre Flammen nach mir. Diesmal trafen sie mich. Schmerz schoss durch meinen gesamten Körper. Meine Schulter brannte unerträglich, der Stoff meiner Kleidung fing Feuer und ich stürzte zwischen die Wurzeln eines alten Baumes. Mit zitternden Händen riss ich die brennenden Stofffetzen von meiner Haut, doch die Verbrennungen hatten sich bereits tief eingebrannt. Ich biss die Zähne zusammen und zwang meine Magie erneut in die Erde. Unzählige Dornen schossen aus allen Richtungen hervor. Einige der Hexen mussten ausweichen, doch ihre Flammen fraßen sich weiter durch den Wald. Bäume explodierten unter der Hitze, Blätter regneten brennend zu Boden und meine Verbindung zur Natur wurde mit jedem Augenblick schwächer. Ich spürte ihre Schreie. Jede Pflanze, die verbrannte, war wie ein Stich in mein eigenes Herz.
Mein Atem ging schwer. Das Feuer raubte mir die Kraft. Noch nie hatte ich mich in dieser neuen Welt so hilflos gefühlt. Ich hatte geglaubt, ich hätte den Orden endgültig hinter mir gelassen. Doch selbst hier, fern meiner Heimat, jagten sie mich noch immer. Ich taumelte rückwärts, während die Flammen den Wald immer weiter verschlangen. Meine Hände zitterten. Die wenigen Blüten, die sich noch erhoben, schützten mich verzweifelt vor den nächsten Angriffen, doch selbst sie begannen zu welken.
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Die Flammen der Vergangenheit - von Velithar Eryndor Sylvaine - 07-25-2026, 08:31 PM

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