Szeneninformationen
Charaktere: Tharion Asteris &
Nyssara Lunareth Asteris &
Astraeon &
Lumenaria
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Triggerwarnung: FSK 21
Ort: Random
Für einen einzigen Herzschlag blieb die Welt stehen. Das Klirren des Glases auf dem Marmorboden hallte durch den Raum, doch ich hörte nur Tharions schmerzerfülltes Keuchen. Mein Blick riss zu ihm und in derselben Sekunde spürte ich das Gift wie eine schwarze Welle durch seine göttliche Essenz kriechen. Es war kein gewöhnliches Gift. Es fraß sich nicht durch Fleisch, sondern durch Licht. Es griff den Ursprung seiner Existenz an. Entsetzen durchfuhr mich, ein Gefühl, das ich seit Äonen nicht mehr empfunden hatte.
Tharion! Sein Name verließ meine Lippen kaum hörbar, während ich instinktiv auf ihn zustürzen wollte. Noch bevor ich ihn erreichen konnte, packten mich zwei kräftige Hände an den Armen. Ich riss mich mit aller Kraft los, doch im selben Augenblick brannte ein stechender Schmerz in meinem Oberarm auf. Die Nadel drang in meine Haut und ich spürte, wie sich die abgeschwächte Essenz der Blutschlange augenblicklich durch meinen Körper ausbreitete. Meine Magie bäumte sich dagegen auf wie ein tobendes Meer gegen einen Damm, doch das Gift legte sich wie schwere Ketten um meine Kräfte. Das silberne Licht, das sonst auf meinen Fingerspitzen tanzte, flackerte nur noch schwach auf, bevor es wieder erlosch. Ich biss die Zähne zusammen und zwang mich, ruhig zu atmen, obwohl jede Faser meines Wesens danach schrie, die gesamte Villa in Mondlicht zu hüllen und jeden Einzelnen von ihnen zu vernichten. Mein Blick hob sich langsam zu Adrian. In seinen Augen lag keine Bewunderung mehr. Dort war nur Gier. Kalte, erbärmliche Gier. Ich sah ihn lange schweigend an, ehe sich mein Blick wieder auf Tharion richtete. Zu sehen, wie der Mann, den ich seit dem ersten Sonnenaufgang liebte, vor meinen Augen litt, ließ mein Herz schmerzhaft zusammenziehen. Ich kniete mich trotz der Dämonen, die mich festhielten, so weit wie möglich zu ihm hinunter.
Sieh mich an, sagte ich mit ruhiger Stimme, obwohl Tränen in meinen Augen schimmerten.
Bleib bei mir. Hörst du mich? Du wirst deine Augen nicht schließen. Meine Kräfte gehorchten mir kaum noch. Trotzdem ließ ich den letzten Rest meines Mondlichts durch meine Fingerspitzen fließen und legte sie gegen seine Wange. Das silberne Leuchten war schwach, viel zu schwach, um das Gift aufzuhalten, doch ich hoffte wenigstens seinen Schmerz für einen Augenblick lindern zu können. Dann richtete ich mich langsam wieder auf. Die Tränen verschwanden aus meinem Blick und an ihre Stelle trat eine eisige Ruhe, wie sie nur die tiefste Nacht hervorbringen konnte. Ich sah Adrian an, als wäre er nicht mehr als Staub unter einem endlosen Sternenhimmel.
Du glaubst wirklich, du hättest verstanden, womit du spielst, sagte ich leise.
Du hast Geschichten gehört und geglaubt, sie würden dir Macht verleihen. Doch weder kennst du die Blutschlange noch verstehst du die Ursprungswesen. Trotz der lähmenden Wirkung des Giftes hob ich mein Kinn stolz an.
Du kannst meine Kräfte fesseln. Du kannst meinen Körper schwächen. Aber du wirst niemals meinen Willen brechen Ich spürte das Gift weiter in mir arbeiten, jede Bewegung wurde schwerer und doch blieb mein Blick unerschütterlich auf ihm ruhen.
Du verlangst etwas von mir, Dann sprich endlich aus, was deine erbärmliche Seele so verzweifelt begehrt. Denn jede Sekunde, die du mit Spielen verschwendest, bringt dich deinem eigenen Ende näher. Sollte Tharion fallen, wird nicht nur mein Zorn über dich kommen. Das gesamte Gleichgewicht der Schöpfung wird auf dich antworten. Und selbst die Sterne vergessen niemals den Namen dessen, der ihren Sonnenkönig vergiftete.“