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Die Geister der Vergangenheit
07-13-2026, 05:09 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Sorin Morian & Lian Asher
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 15.07.2026
Ort: City
Ich hatte sie lange genug auf Abstand gehalten. Meine Illusionen hatten gereicht, um ihre Sinne zu verwirren, doch Angst machte Menschen unberechenbar. Ich spürte sie wie einen kalten Sturm, der immer heftiger gegen mich schlug. Noch bevor ich reagieren konnte, packte mich einer der Männer am Arm und riss mit aller Kraft an meinem Rollstuhl. Für einen kurzen Moment verlor ich das Gleichgewicht, dann kippte alles unter mir weg. Hart schlug ich auf dem kalten Asphalt auf. Ein schmerzhafter Laut entwich meiner Kehle, als der Aufprall durch meinen gesamten Körper fuhr. Meine Hände pressten sich gegen den Boden, doch meine Beine gehorchten mir nicht. Wie so oft. Der Schmerz in meinem Rücken ließ die alten Narben brennen, als würden sie sich an jene Nacht erinnern, die ich niemals vergessen konnte. Noch ehe einer der Männer erneut nach mir greifen konnte, spürte ich etwas Weiches an meiner Wange. Ich hob den Blick und sofort huschte ein schwaches Lächeln über mein Gesicht. Du..., flüsterte ich kaum hörbar, während ich die vertraute Katze ansah. Sie war in den vergangenen Wochen immer wieder aufgetaucht. Mal saß sie einfach neben mir am Hafen, mal schlief sie eingerollt auf meinem Schoß oder ließ sich stundenlang von mir kraulen. Ich hatte nie gewusst, wem sie gehörte. Vielleicht gehörte sie niemandem. Allein ihre Nähe beruhigte mein rasendes Herz. Vorsichtig strich ich mit zitternden Fingern über ihr weiches Fell. Du solltest nicht hier sein..., murmelte ich leise. Einer der Männer fluchte, trat nach ihr und ich zuckte erschrocken zusammen. Nein! rief ich, doch im selben Augenblick verschwand die Katze in den Schatten, als hätte sie sich darin aufgelöst. Verwirrt sah ich mich um. Das... das war unmöglich. Selbst meine eigenen Illusionen fühlten sich anders an. Die Männer blickten hektisch umher, beschimpften sich gegenseitig und fuhren immer wieder erschrocken herum, als würden sie etwas sehen, das ich nicht sehen konnte. Ihre Angst schwoll weiter an und legte sich schwer auf meine Sinne. Ich presste mir kurz die Hand gegen die Schläfe. Zu viele Gefühle. Zu viele Stimmen. Dann hörte ich dieses Knurren.
Es war tief. So tief, dass ich es nicht nur hörte, sondern in meiner Brust spürte. Langsam hob ich den Kopf und mein Atem stockte. Aus den Schatten löste sich die Gestalt eines gewaltigen schwarzen Panthers. Sein Fell verschmolz beinahe mit der Dunkelheit, nur seine Augen durchbrachen sie wie zwei leuchtende Monde. Für einen Augenblick vergaß ich sogar den Schmerz. Mein Herz schlug schneller, doch diesmal nicht aus Angst. Der Panther stellte sich zwischen mich und die Männer, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Sein Knurren ließ selbst die Luft schwer werden. Ich sah von ihm zu der Stelle, an der die Katze eben noch gesessen hatte, und langsam begann sich etwas in meinem Kopf zusammenzufügen. Das war kein Zufall gewesen. Die Katze... der Panther... Es war dieselbe Präsenz. Dieselbe beruhigende Aura, die ich in all den Nächten gespürt hatte. Ein leises Lächeln legte sich auf meine Lippen, obwohl ich noch immer am Boden lag. Also warst du das die ganze Zeit..., flüsterte ich mehr zu mir selbst als zu ihm. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte ich mich nicht allein. Als das tiefe Knurren über den Hafen hallte, erstarrten die Männer augenblicklich. Eben noch hatten sie gelacht und sich überlegen gefühlt, doch nun wich ihnen jede Farbe aus dem Gesicht. Der Größte von ihnen machte unwillkürlich einen Schritt zurück und starrte mit weit aufgerissenen Augen auf den riesigen schwarzen Panther, der lautlos aus den Schatten trat. Was... was zum Teufel ist das?!, brachte einer von ihnen mit zitternder Stimme hervor. Ein anderer hob hektisch seine Waffe, doch seine Hände bebten so stark, dass er sie kaum festhalten konnte. Erschieß das Vieh!, schrie jemand panisch. Doch niemand drückte ab. Der Panther bewegte sich langsam auf sie zu, den Kopf gesenkt, die Augen fest auf sie gerichtet. Jeder seiner Schritte war ruhig und kontrolliert, als wüsste er längst, dass keiner von ihnen den Mut besaß, sich ihm entgegenzustellen. Das tiefe Grollen aus seiner Kehle ließ den Boden beinahe vibrieren. Einer der Männer stolperte rückwärts über eine lose Kiste und landete unsanft auf dem Rücken. Ein anderer ließ vor Schreck sein Messer fallen, das klirrend über den Asphalt rutschte. Das... das ist kein normales Tier..., flüsterte einer mit brüchiger Stimme. Die Angst griff nun endgültig nach ihnen. Einer nach dem anderen wich zurück, ohne den Panther auch nur für einen Moment aus den Augen zu lassen. Als der Größte schließlich glaubte, seine Fassung wiederzufinden und einen zögerlichen Schritt nach vorne machte hob er seine Waffe und schoss einfach.
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Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-13-2026, 04:16 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Lian Asher - 07-13-2026, 04:37 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-13-2026, 05:09 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Lian Asher - 07-13-2026, 05:25 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-13-2026, 05:44 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Lian Asher - 07-13-2026, 06:02 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-13-2026, 06:24 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Lian Asher - 07-13-2026, 08:02 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-13-2026, 08:25 PM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Lian Asher - 07-19-2026, 09:25 AM
RE: Die Geister der Vergangenheit - von Sorin Morian - 07-19-2026, 09:54 AM

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