07-10-2026, 02:56 PM
Szeneninformationen
Charaktere: Kiren Yurei & Lunaria Selene & Caelis & Seraphine & Astraeon & Lumenaria & Kairas Echoveil & Elira Yena Amezaw & Aureon Draconis & Elysara Veyrathis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Szeneneinstellung: private Szene & feste Postreihenfolge
Datum: 24.07.2026
Triggerwarnung: FSK 25
Ort: Unterirdisches Gefängnis
Jahrhunderte der Einsamkeit hatten uns alle zu Gefangenen gemacht, doch irgendwo unter all dem Schmerz hatte dieses Kind seine Hoffnung nie verloren. Als seine Stimme sich an mich wandte, spürte ich etwas Warmes, das die eisige Leere in meiner Kehle berührte. Im nächsten Augenblick bebte das Runensiegel um meinen Hals. Die schwarzen Zeichen begannen zu reißen. Erst feine Risse, dann ganze Bruchlinien durchzogen die uralten Bannrunen, bis sie mit einem hellen Klang zersprangen. Ich rang nach Luft, als hätte ich zum ersten Mal seit Jahrhunderten wieder atmen gelernt. Etwas Sanftes legte sich um meine Kehle. Ein Band aus schimmernden Klanglinien, weich wie Mondseide, das im silbernen Licht leuchtete und sich mit meiner Seele verband. Ich spürte, dass es mich schützte. Dass niemand meine Stimme jemals wieder würde entreißen können, solange dieses Band existierte.
Vorsichtig öffnete ich den Mund....Danke... Das erste Wort klang fremd und doch wunderschön. Nicht ganz meine alte Stimme und doch trug sie meine Gefühle in sich. In ihr lebte nun das Echo dieses Kindes weiter, als hätte es einen Teil seines Herzens mit meinem verbunden. Ich legte zitternd eine Hand auf das leuchtende Band an meiner Kehle und senkte den Kopf. Doch kaum verklangen seine Worte, traf mich der Schmerz unserer Verbindung erneut. Ich spürte jeden Schlag, der auf ihn niederging. Jede Peitsche, jede Rune, jede Wunde ließ mein Herz erbeben. Ich presste beide Hände gegen die Jadewand und schloss die Augen. Bitte halte durch..., flüsterte ich mit bebender Stimme. Langsam legte ich beide Hände über mein Herz und schloss die Augen. Das wenige Mondlicht, das durch den schmalen Spalt in meine Zelle fiel, sammelte sich zwischen meinen Fingern. Es war kaum mehr als ein silberner Funke. Ich spürte, wie etwas in meinem Innersten darauf antwortete. Meine eigene Seele.
Wenn ich dich nicht befreien kann..., hauchte ich mit zitternder Stimme, ...dann werde ich dich beschützen.
Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Brust, als ich einen Teil meiner Seele von mir löste. Es fühlte sich an, als würde ich einen Teil meines Herzens herausreißen. Aus dem silbernen Licht wuchs langsam eine einzelne Mondblüte. Ihre Blütenblätter schimmerten wie flüssiges Mondlicht und in ihrer Mitte pulsierte mein eigener Herzschlag. Die Blüte verschwand nicht durch Stein oder Jade.
Sie glitt lautlos durch die uralten Bannmauern, denn sie bestand weder aus Magie noch aus Materie. Sie war eine Erinnerung. Eine Erinnerung an meine Seele. Kein Bann konnte Erinnerungen fesseln. Ich spürte, wie sie ihren Weg zu ihm fand.
Langsam legte sie sich auf seine Brust, glitt durch Haut, Fleisch und Knochen und verwurzelte sich tief in seinem Herzen. Für einen Augenblick schlugen unsere Herzen im selben Rhythmus. Ich rang nach Luft, als meine Beine unter mir nachgaben. Ein Teil meines eigenen Lebens hatte mich verlassen. Meine Haut verlor ihren silbernen Glanz, mein Atem wurde flacher und selbst das Mondlicht über mir wirkte dunkler als zuvor. Die Mondblüte hatte sich mit seiner Erinnerung verbunden. Solange sie in ihm blühte, würden die Bannketten ihm nicht mehr seine gesamte Kraft entreißen können. Seine Wunden würden sich langsam schließen, selbst wenn sie ihn immer wieder aufschnitten. Und ganz gleich, wie sehr sie versuchten, seinen Geist zu brechen sein Wille würde niemals vollständig erlöschen.Jetzt..., flüsterte ich erschöpft, während eine weitere Träne über meine Wange lief, ...werden sie dich nie ganz erreichen. Ich wusste, welchen Preis ich dafür zahlen würde. Mit jedem Herzschlag, den die Mondblüte in ihm beschützte, verlor ich selbst einen Teil meiner Lebenskraft. Doch solange sie in seinem Herzen blühte, würde ich diesen Preis immer wieder bezahlen. Denn lieber verblasste mein eigenes Licht, als ihn in dieser Dunkelheit allein zurückzulassen.
